Am Wochenende ist leider nichts wichtiges passiert. Dafuer war am Montag der grosse Showdown:
Meine Abteilung "continuous education and academic outreach" haben im letzten Geschaeftsjahr, das am 30.6. geendet hat, $2.000.000 verloren. Interessanterweise hat man das erst zwei Wochen nach dem Abschluss des Geschaeftsjahres festegstellt. Anfangs hiess es, dass man das nicht haette im vorrraus wissen koennen, schliesslich handelt es sich ja um "Peanuts". Spaeter, als unser Financial Officer und seine Asistentin in gleicher Funktion zur neuen Business School befoerdert waren, wurde die Aussage dahingehend revidiert, dass er halt nicht der Ueberbringer schlechter Nachrichten sein wollte und deswegen nicht vehement genug auf den Verlust hinweisen wollte.
Das neue Management Team hat dann versucht eine Prognose zu machen und musste feststellen, dass selbst wenn wir alle fleissig sparen, trotzdem ein Verlust von $2.000.000 in diesem Geschaeftsjahr droht. Mittwoch wurden dann, nachdem alles nur in der Geruechtekueche existierte, die Massnahmen zur "Reconciliation of the budget" kommuniziert. darin hiss es u.a., dass man plant 17 Personen zu entlassen. Aus rechtlichen Gruenden konnte man aber nicht verraten, wer denn diese Personen sein sollen, so dass ab sofort jeder anfing, um seinen Job zu bangen. Montag dann kam eine Frau in unser Buero, schnappte sich eine Mitarberterin und sprach mit ihr hinter verschlossener Tuer in einem freien Buerozimmer. Weil Michelle, die darueberhinaus behindert ist, noch in der Probezeit ist, konnte sie "without notice" quasi fristlos gekuendigt werden. Fristlos heisst in den USA, dass sie zwei Stunden spaeter nicht mehr da war.
Unsere Chefin hat uns dann eroeffnet, dass der Vertrag mit der Inderin, die ich nicht mag, nicht verlaengert wird, d.h. man sich noch ueberlegt, wann sie uns denn verlassen muss. Die Entscheidungen wurden angeblich schlicht danach getroffen, wer am einfachsten zu kuendigen ist. Fuer die gerade gekuendigte bekommen wir jemand neues intern vermittelt, der keine Ahnung von unserem operativen Geschaeft hat, aber wahrscheinlich schwiereiger zu kuendigen war. Auf meine Frage, was mit mir ist - schlieslich bin ich ja auch noch in der Probezeit, wurde gesagt, dass mein Name nie gefallen ist.
Da haben sich also mal wieder drei Jahre PwC ausgezahlt... auch wenn ich anfangs dachte, dass ich jetzt beim Staat bin. Naja, im November werden die Zahlen erneut geprueft und entsprechende Massnahmen abgeleitet. Aus rechtlichen Gruenden wurden auch noch einige weiter Massnahmen der "Budget Recomciliation" noch nicht konkretisiert. Mal sehen, wie das weitergeht.
Emmi behauptet ja immer, dass ich als Berater bei der Uni anfangen soll und denen helfen, Payroll und IT an IBM auszulagern;-)
posted by German at 9/09/2003 01:59:00 PM