Tagebuch

Mein Tagebuch

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Monday, February 02, 2004
 
So, nun bin ich wieder aus Tucson, Arizona, zurueck. Wir waren im uebergrossen Haus eines homosexuellen IBM Mitarbeiters untergebracht, der trotz "gated community" (umzaeuntes wohnen, ueblicherweise von reichen konservativen Pensionaeren bevorzugt) eine coole Person war und besonders wichtig, da wir erst so gegen Mitternacht aufgeschlagen sind, eine "Night Owl" ist.
Samstag war dann Howard Dean selbst in der Stadt und hat eine Rede vor knapp 3000 Menschen gehalten, die dann spaeter in den Medien als einige hundert falsch bereichtet wurden. Die Medien waren dann auch das grosse Problem als wir von Haus zu haus gingen, um die Menschen zu ueberzeugen, fuer Howard dean zu waehlen. Da wird zum Beispiel unter dem Stichwort "Electibility" verlangt, dass man fuer Kerry stimmt, obwohl man Dean mag, weil er vielleicht eher von jemandem sonst gewaehlt wird. Das ist in etwa so, als wuerde man FDP waehlen, damit die CDU an die Macht kommt, obwohl man die Gruenen mag. Unser Job war es adnn den leuten, diesen Quatsch auszureden. Ich habe dann Samstag die lokale Transportation Union ueberzeugt und am Sonntag, nachdem ich mit "give me the toughest presinct" eine stramme Herausforderung gesucht habe, noch im Nobelviertel Wahlkampf gemacht -- aber wie gesagt, diese Leute waren teilweise recht unhoeflich und liesen sich auf keine Diskussionen ein. Emmi hatte sich um die Latino Minderheiten gekuemmert und wurde obendrein noch zu allerhand Dingen eingeladen... Samstag nacht, waehren die LA Leute in einer Bar feierten, bin ich noch schnell mit unserem Gastgeber durch die Bars und habe mit den Partymenschen dort -- mein eigentliches Revier -- ein wenig gelabert und die meisten wollen Dean waehlen...
Interessanterweise konnte ich mit der Mehrheit des lokalen Managements Deutsch sprechen und ueberrraschend viele Deutsche arbeiten fuer Dean direkt -- also es haengt mal wieder an unserer Nation;-)
Zur Erfolgskontrolle: Dean hat nach unserer Arbeit ganze 2% zugelegt und ich habe auch das Gefuehl, dass den Statistiken nicht zu trauen ist. Angeblich hat Tucson mehr Waehler als Phoenix und ich hatte das Gefuehl, dass eine grosse Mehrheit dort fuer Dean ist... Das hat mittlerweile auch das nationale Management eingesehen und, nachdem man Arizona schon aufgegeben hatte (da gibt es eine grosse neue Strategie), kehrt man num mach Arizona zurueck...
Alles in allem habe ich dort viele grossartige Menschen kennengelernt, mit denen ich jederzeit vernuenftiges Bier trinken kann, und auch um die Blocks ziehen kann... Mein Eindruck ist, dass Tucson sicherlich eine Art Partycity ist und wie haben die Leute dort gesagt, "San Diego is our beach";-)