Tagebuch

Mein Tagebuch

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Thursday, January 06, 2011
 
"Gott ist gross" oder "Das Grosse Land hat auch Gesetze"

Als erstes habe ich mal die Silvesterbilder ins Netz gestellt. In Seattle wird das Feuerwerk um und an der Space Needle, dem Wahrzeichen Seattles, veranstaltet. Die Space Needle gehoert einer Firma, die mit Hilfe der Eintrittskarten, dem Restaurant und der Geschenkboutique das Feuerwerk finanziert...

Zwischen den Jahren kam mein Vermieter auf die Idee mir und Emmi mit dem Rausschmiss zu drohen, da die Mieter unter uns jeden meiner Schritte hoeren koennen. Der vorherige Mieter muss auf kleinem Fuss gelebt haben, denn angeblich war von ihm nichts zu hoeren, womit fuer Vermieter und Untermieter klar ist, dass ich ein Trampeltier bin, das nicht in eine Mietskaserne passt...

Mittlerweile ist jemand über mir eingezogen, dessen Schritte ich aber auch hören kann. Somit kann ich das alles durchaus nachvollziehen und verstehen, wie lästig das sein kann. Allerdings sollte man auch Wohnungen so bauen, dass der Lärmschutz funktioniert und nicht nur auf dem Papier... aber im "Wilden Westen" werden Bauvorschriften auch nur ab und zu eingehalten.

Wie auch immer in Seattle werden Räumungsklagen von Commisoners, d.h. Leuten die noch nicht einmal Jura studiert haben entschieden - also wirklich jeder kann im Grossen Land Richter werden! - , womit der ganze Prozess in wenigen Tagen erledigt ist (ohne richtige Gerichtsverhandlung in den meisten Fällen) und der Mieter nach knapp vier Wochen von der Polizei 'raus eskortiert wird. Das hat mir dann auch prompt Angst gemacht, da hier ja Fehlurteilen im Sinne des Vermieters Tür und Tor geöffnet sind.

Glücklicherweise habe ich seit neuestem eine Rechtsschutzversicherung, womit ich dann auch gleich den Anwalt angerufen habe, und Lärm wegen Herumlaufen in der Wohnung, ist kein Grund für Kündigung und Räumungsklage. Zusätzlich macht sich ein Vermieter, der mit einer Räumung droht, die illegal ist, dem Schikanieren schuldig, was im Grossen Land ein sehr schlimmes Vergehen ist, für das man in einem Zivilverfahren auf Schadensersatz klagen kann. .

Emmi hat Mittwoch in einem anderen Krankenhaus angefangen, das die Arbeitsrichtlinien fur Assistenzaerzte (die i. a. eh nicht richtig ernst genommen werden) noch weniger einhält als anderswo. Das bedeutet, das sie u. a. zwölf Stunden Tage hat, mit einer 30 Stunden Schicht am Samstag und die ganze nächste Woche zwölf Stunden Nachtschicht (18 -6 Uhr) --- und das alles im achten Monat schwanger und zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Man muss sich halt warm anziehen im Grossen Land!

Glücklicherweise gab es irgendwo ein Einsehen, womit die 30 Stunden Schicht zusammen mit den Nachtschichten gestrichen wurde -- womit auch im Land der "Outlaws" manchmal etwas sinnvolles passiert...